Einige ausgearbeitete Konzepte für “Waisenbetreuung”

Admin

05 November 2020

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Die “Familie” als Gesamtkonzept anstatt “Waise” als Einzelkonzept:

Im Unterschied zu einer großen Anzahl von Vereinen, sowohl auf nationalen als auch auf internationalen Niveau, verfolgt der “Deutsch-marokkanische Verein für Waisenbetreuung” bei der Ausführung seiner karitativen Arbeit das Konzept “Familie” anstatt “Waise” nach dem Vorbild vom “marokkanischen Verein für Waisenbetreuung Marrakesch”. Der Verein sorgt, mit anderen Worten, nicht nur für die Betreuung des Waisen, sondern für die Versorgung der ganzen Familie.

Dieser Weg war in keiner Weise willkürlich, sondern sehr gut überlegt und begründet. Dies last sich damit erklären, dass auch wenn die Betreuung des Waisen als Einzelperson seine Bedürfnisse deckt, ist diese exklusive Unterstützung unfair gegenüber seinen Geschwistern in der Hinsicht, dass diese sich ausgegrenzt fühlen, was wiederum zu sozialen Problemen wie etwa Neid, Abneigung und Hass führen kann. Dem Verein wurde diese Tatsache im Nachhinein bewusst. Dies brachte den Verein dazu, das Konzept “Familienbetreuung” ins Leben zu rufen, um das Leid der ganzen Familie zu lindern und den Familien Freude in die Gesichter zu zaubern, auch wenn der materielle Wert sehr bescheiden ist.

Die Politik der Nähe und die Herausforderungen:

Zu Beginn stand die Bereitstellung von Grundbedürfnissen wie Lebensmittel und Kleidung im Vordergrund. Danach beschäftigte sich der Verein mit dem Thema Schule. Als nächster Schritt, der aus Sicht des Vereins als grundlegend galt, war die aktive und regelmäßige Betreuung der Familien durch eine Sozialarbeiterin.

 

Man kann die Rolle der Sozialarbeiterin bei der Betreuung von Waisenfamilien wie folgt zusammenfassen:

  • die Akten auf den aktuellsten Stand halten (Datenpflege),
  • die Bedürfnisse der Familien unmittelbar erfassen,
  • die Daten an die Sozialabteilung zur Untersuchung und Auswertung weitergeben, um die passenden Lösungen entsprechend den materiellen und moralischen Möglichkeiten des Vereins zu finden.

 

Die Politik der Nähe deckte andere Bedürfnisse auf, die nicht von geringer Bedeutung zu den Grundbedürfnissen waren, ja sogar als noch dringender zu erachten waren wie z.B. die Gesundheitsfragen und Wohnsituation der Waisenfamilien.

 

  • Die Gesundheit der Witwe

Der Verein fand sich mit Fällen konfrontiert, bei denen Witwen einerseits an normalen Krankheiten litten, andererseits jedoch stieß er auf Witwen, die chronische Krankheiten aufwiesen oder auf welchen, die wegen ihres kritischem gesundheitlichen Zustandes einer zeitnahen operativen Intervention bedürfen. Die Gesundheit der Witwe bedeutet indirekt die Sicherung der Stabilität innerhalb der Familie, insofern, dass sie nach dem Tod des Vaters bzw. Versorgers als Standbein der Familie gilt. Wenn sie ausfällt – krankheitsbedingt oder durch den Tod- droht den Waisen, die Vernachlässigung, Obdachlosigkeit und Verwahrlosung. Daher sind die medizinischen Behandlungskosten der Mutter als kleiner Beitrag zur sicherung der Familienstabilität anzusehen, wenn man bedenkt wie hoch der Preis, den die Waisen zahlen würden, wenn man nichts diesbezüglich unternimmt.

 

  • Wohnsituation:

Einer der wichtigsten Herausforderungen stellt die Wohnsituation dar. Bei der Verteilung der Hilfen an den betroffenen Familien, stieß der Verein auf sehr kritische Wohnverhältnisse: überhängende und einstürzgefährdete Decken bzw. Dächer, Mangel an essentiellen sanitären Installationen, fensterlose und infolgedessen belüftungsarme Behausungen, fehlende Zimmertüren, fehlende Wärmedecken und Schlafmöglichkeiten…

Was würde Essen und Trinken bringen, wenn man keinen Dach über dem Kopf hat?

 

Vor solchen Problemen hatte der Verein die Wahl zwischen zwei Optionen: entweder man stellt die Grundbedürfnissen zur Verfügung und sieht, was die anderen Sachen angeht, weg, oder man unternimmt all in seiner Macht Stehende, um soviel wie nur möglich vom Leid, das mit Gesundheit und Wohnsituation einhergeht, zu lindern.

Mit dem Beistand Allahs entschied sich der Verein, trotz der finanziellen und moralischen Herausforderungen, den zweiten Weg zu gehen.

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